Workshop unter dem Wasserrad

Ergebnis des Projekts ist die Durchführung eines eintägigen deutsch-tschechischen Fachworkshops, der den praxisorientierten Austausch von Erfahrungen im Bereich des Schutzes, der Erneuerung und der Präsentation von Mühlen- und bergbaulichen technischen Denkmalen ermöglicht. Die Teilnehmenden gewinnen konkrete fachliche Impulse und Empfehlungen, die insbesondere für die Vorbereitung der Erneuerung der Leipener-/Werner-Mühle in Lom sowie für den Umgang mit wassertechnischen Anlagen im Bergbau nutzbar sind.

Das Projekt „Workshop am Wasserrad“ reagiert auf die Notwendigkeit, die deutsch-tschechische Zusammenarbeit im Bereich des Schutzes, der Erneuerung und der Präsentation des technischen und industriellen Erbes im deutsch-tschechischen Grenzraum systematisch weiterzuentwickeln und zu vertiefen. Das Projekt konzentriert sich auf die Zusammenarbeit von Vereinen aus der Stadt Lom und ihrem Umfeld mit den Gemeinden Rechenberg Bienenmühle und Mulda, die historisch durch eine gemeinsame Eisenbahnlinie miteinander verbunden sind. Historische Mühlen, bergbauliche Denkmale und die Nutzung der Wasserkraft stellen zentrale Elemente der gemeinsamen regionalen Identität dar, deren Erhalt einen fachlichen Erfahrungsaustausch und eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit erfordert. Das Projekt knüpft an die im Jahr 2024 begonnene Kooperation an und entwickelt diese in einer praxisorientierten fachlichen Ebene weiter. Inhalt des Projekts ist ein eintägiges deutsch-tschechisches Fachtreffen in Form eines Workshops, das sich an Fachleute, Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen, Kultureinrichtungen, Kommunen und Gedächtnisinstitutionen richtet, die sich mit der Pflege technischer Denkmale und deren sinnvoller Nutzung befassen. Im Mittelpunkt des Workshops stehen die Wassermühle in Lom und die Wassersäge in Mulda, eingebettet in den Kontext der über 800-jährigen gemeinsamen historischen Verbindungen des Raums Osek–Lom–Rechenberg. Der Workshop ist als Arbeitsveranstaltung mit Dolmetschung konzipiert und basiert auf der aktiven Beteiligung der Teilnehmenden, der Arbeit in kleineren Gruppen sowie der Diskussion konkreter Beispiele direkt an erhaltenen technischen Denkmalen. Der deutsche Projektpartner übernimmt die organisatorische und fachliche Begleitung des Workshops durch die Interessengemeinschaft IG Heimatgeschichte Rechenberg Bienenmühle, die seit mehr als zwanzig Jahren innerhalb der Gemeindestrukturen tätig ist (zuvor als eigenständiger Verein, heute als Teil der kommunalen Organisation). Die Interessengemeinschaft verfügt über langjährige praktische Erfahrungen in der Rettung und Erneuerung technischer Denkmale, unter anderem bei der erfolgreichen Rekonstruktion eines historischen Flößerhauses und dessen Umwandlung in ein heimatkundliches Museum. Das Know-how des deutschen Partners stellt einen wesentlichen Mehrwert des Projekts dar und ist eine zentrale Inspirationsquelle für die tschechischen Projektpartner. Der thematische Schwerpunkt des Workshops liegt auf der Nutzung der Wasserkraft als gemeinsamem Element des Mühlen- und Bergbauerbes, einschließlich der damit verbundenen technischen Bauwerke und landschaftlichen Zusammenhänge. Die Teilnehmenden befassen sich mit Fragen der Dokumentation, Restaurierung, des Betriebs und der Präsentation wassertechnischer Anlagen anhand konkreter Beispiele aus Tschechien und Sachsen. Besonderes Augenmerk gilt der Vorbereitung der Rekonstruktion der Leipener-/Werner-Mühle in Lom sowie parallel der Diskussion über die Erneuerung des Wasserrades im Bergwerk Lehnschafter in Mikulov, was einen Vergleich der Herangehensweisen bei der Sanierung von Mühlen und bergbaulichen Anlagen ermöglicht. Das Projekt trägt zur Stärkung der Identifikation der Bevölkerung mit dem gemeinsamen Lebensraum bei, indem technische Denkmale als gemeinsames Erbe beider Länder vermittelt werden. Der grenzüberschreitende Charakter des Projekts wird durch die gemeinsame Teilnahme tschechischer und deutscher Fachleute sowie durch die Arbeit in gemischten Gruppen gestärkt, was den direkten Know-how-Transfer, den fachlichen Austausch und die Entstehung langfristiger beruflicher Kontakte fördert. Das Projekt schafft damit eine Grundlage für weitere gemeinsame Aktivitäten und anschließende Projekte im Fördergebiet. Das Projekt wird von grundlegenden Öffentlichkeitsmaßnahmen begleitet, insbesondere durch die Veröffentlichung von Informationen über die Durchführung des Workshops und seine Ergebnisse auf den Webseiten und in den sozialen Medien der beteiligten Partner, Gemeinden und Vereine auf beiden Seiten der Grenze. Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit sind zudem eine Fotodokumentation sowie eine kurze Zusammenfassung der Workshop-Ergebnisse. Das Projekt wird im Einklang mit den Grundsätzen der Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung umgesetzt. Die Teilnahme am Workshop steht allen Interessierten aus der Zielgruppe unabhängig von Geschlecht, Alter, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, gesundheitlicher Beeinträchtigung oder sexueller Orientierung offen. Das Workshop-Programm fördert die gleichberechtigte Beteiligung aller Teilnehmenden.



Förderzeitraum

20.02.2026 - 31.10.2026

Antragsteller

Vlčí hora Dlouhá Louka, z.s.

Region/Landkreis

Ústecký kraj

Förderprogramm

KPF Interreg Sachsen-Tschechien 2021-2027

Budget

Gesamtbudget in Höhe von 3.900,00 €, davon wurden 3.120,00 € gefördert.