Tradition im Wandel – Perspektiven junger Menschen im deutsch tschechischen Austausch
Das Projekt trägt zur Stärkung des gegenseitigen Verständnisses zwischen jungen Menschen aus Deutschland und Tschechien bei, die in einer geografisch nahen, jedoch oft wenig vernetzten Region leben. Die Teilnehmenden erhalten die Möglichkeit, den Alltag, die Werte und Perspektiven ihrer Altersgenossen aus dem Nachbarland kennenzulernen und festzustellen, dass sie ähnliche Erfahrungen und Herausforderungen teilen.
1) Idee und Ziele des Projekts Wozu brauchen wir Traditionen? Wie definieren junge Menschen dieses Wort, das nach alten Ordnungen und einer konservativen Weltsicht klingt – also nach Kategorien, die eher im Widerspruch zur (traditionellen!) Wahrnehmung der Welt durch die junge Generation stehen? Können sie den Begriff „Tradition“ auch mit etwas Positivem verbinden? Was bedeutet für sie der Ausdruck „traditionelle Werte“, der heute teilweise diskreditiert und von populistischen Politiker:innen missbraucht wird? Mit diesen Fragen möchten wir uns gemeinsam mit jungen Menschen, Schülerinnen und Schülern weiterführender Schulen aus dem tschechischen und deutschen Teil des Erzgebirges, im Rahmen von drei dreitägigen Begegnungen auf beiden Seiten der Grenze auseinandersetzen – sowohl auf einer allgemeinen als auch auf einer ganz konkreten Ebene, die auf das Kennenlernen bzw. Wiederentdecken der eigenen Region ausgerichtet ist. Wir möchten mit ihnen darüber diskutieren, was in dieser Region als traditionell gilt und ob dies eher positiv oder negativ wahrgenommen wird. Wir wollen über konkrete Beiträge traditioneller Bräuche, Feste und insbesondere traditioneller Handwerke sprechen. Uns interessiert die Perspektive junger Menschen auf das Phänomen der Tradition und ob sie es neu betrachten wollen und können. Können Traditionen für sie selbst und für ihre Heimatregion von Nutzen sein? Können sie zu ihrer persönlichen Entwicklung oder zur Entwicklung ihrer Region beitragen, sodass sie dort in Zukunft sinnvolle Perspektiven finden und nicht wegziehen müssen? Lassen sich die Erfahrungen früherer Generationen – die von jungen Menschen oft übersehen werden – neu interpretieren und in etwas Progressives überführen? Dieses Thema bietet viele Fragen und sicherlich auch viele unterschiedliche Perspektiven. Es ist daher ein idealer Inhalt für einen Austausch zwischen jungen Menschen aus einer Region, die zwar durch eine Staatsgrenze geteilt ist, in der die Menschen jedoch sehr ähnliche Sorgen und Lebenserfahrungen teilen. Schon jetzt sind wir gespannt, was die Teilnehmenden dazu sagen werden. Diese Projektidee knüpft an das Projekt „Kulturhauptstadt Chemnitz gemeinsam erleben“ an, jedoch mit einem neuen Fokus. Auf Grundlage dieser Erfahrungen ist den Organisator:innen – den Mitarbeitenden der Vereine Pragkontakt und Arthur e.V. – noch deutlicher geworden, wie wichtig es ist, junge Menschen aus beiden Ländern miteinander zu vernetzen. Sie wissen wenig voneinander und über ihre jeweiligen Lebensumfelder, sind jedoch sehr daran interessiert, mehr zu erfahren. Besonders motivierend ist dabei das positive Feedback aus bisherigen Begegnungen, das vor allem von der Freude geprägt ist, etwas bislang Unbekanntes zu entdecken, das doch direkt „vor der eigenen Haustür“ liegt. Das Projekt beschäftigt sich mit der Wahrnehmung der Welt durch junge Menschen und ihrem aktiven Engagement im gesellschaftlichen Leben. Es bietet bieten den Teilnehmenden ausreichend Raum für ihre Perspektiven und Meinungen. Im Rahmen der schulischen Begegnungen werden wir untersuchen, was junge Menschen über Traditionen und deren Beitrag zur heutigen Welt und zu deren (und ihrer eigenen) Zukunft denken.
Förderzeitraum
12.05.2026 - 31.12.2026
Antragsteller
Arthur e.V.
Region/Landkreis
Stadt Chemnitz
Förderprogramm
KPF Interreg Sachsen-Tschechien 2021-2027
Budget
Gesamtbudget in Höhe von 18.810,00 €, davon wurden 15.048,00 € gefördert.