„Der Erzgebirgskammweg eine Entdeckung – Jugendliche erwandern den Grenzraum auf alten Pfaden“ (02.-04.10.2026)

Junge Menschen aus Sachsen und Böhmen erkunden das Erzgebirge als gemeinsamen Natur- und Kulturraum. Durch Bewegung in der Natur, ausreichend Zeit für Gespräche und gemeinsame Herausforderungen entstehen intensive Erlebnisse, die Beziehungen fördern. Grenzübergreifend findet ein Austausch statt, der Verständnis und Achtung füreinander wachsen lässt. Die Auseinandersetzung mit der gemeinsamen Geschichte und den kulturellen Besonderheiten der Nachbarn erweitert nicht nur den eigenen Horizont, sondern legt auch die Basis für ein tieferes Verständnis der europäischen Idee.

Die Teilnehmer treffen sich am Freitagnachmittag jeweils in Kadaň und Marienberg um 15:00 Uhr. Mit dem Bus erreichen sie den diesjährigen gemeinsamen Treffpunkt in Výsluní / Sonnenberg auf dem Marktplatz. Von hier beginnt die Wanderung, nach etwa einer Stunde erreichen sie das Alte Forsthaus von Výsluní / Sonnenberg gegenüber dem Bahnhof von Výsluní / Sonnenberg . Dieser geschichtsträchtige Ort bildete zugleich den Ankunftspunkt der letztjährigen Tour und knüpft damit bewusst an die gemeinsamen Erfahrungen der vergangenen Jahre an. Der Freitagabend bietet Raum für ein erstes Kennenlernen der Teilnehmerinnen, für den persönlichen Austausch sowie für interkulturelle Begegnungen. Darüber hinaus wird die bevorstehende Route gemeinsam besprochen und thematisch eingeführt, sodass alle gut vorbereitet in die kommenden Tage starten können. Etwa 21:00 Uhr endet der Tag in ruhiger Atmosphäre, Karten- und Brettspiele werden zur Verfügung gestellt. Am Samstagmorgen begeben sich die Teilnehmerinnen nach einem ausgewogenen Frühstück auf die nächste Etappe des erzgebirgischen Kammweges. Ziel dieser Tagesroute ist die Bergbaustadt Měděnec / Kupferberg. Der Weg führt zunächst entlang des Hochmoores und weiter über die Jelení hory / Hassberg hinab zur Vodní nádrž Přísečnice / Talsperre Preßnitz. Diese Etappe soll den Teilnehmerinnen einen umfassenden Einblick in die landschaftliche, kulturelle und historische Vielfalt der Region ermöglichen. Im inhaltlichen Mittelpunkt steht jedoch der Bau der Talsperre Preßnitz und die weitreichenden Folgen, die dieses Großprojekt mit sich brachte. Für den Bau mussten mehrere Dörfer sowie die Stadt Preßnitz aufgegeben werden. Die Teilnehmer sind eingeladen, sich intensiv mit dem Für und Wider solcher Eingriffe auseinanderzusetzen und über die sozialen, kulturellen und ökologischen Konsequenzen zu diskutieren. Nach dem Besuch der Talsperre und einer stärkenden Brotzeit setzt die Gruppe ihren Weg in Richtung Měděnec / Kupferberg fort. Der Pfad verläuft entlang der Bahnschienen bis zum Sportlerheim in Měděnec. Dort bleibt Zeit für eine kurze Ruhepause, bevor es gemeinsam zum Abendessen in eine örtliche Gastwirtschaft geht. Neben dem gemeinsamen Essen erhalten die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, den Tag Revue passieren zu lassen, Erlebtes zu reflektieren und ihre Eindrücke miteinander zu teilen. Am folgenden Tag führt der Weg weiter in Richtung Kovářská und endet schließlich in Háj. Auf dieser Etappe liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der gemeinsamen Bergbaugeschichte der Region. In Měděnec / Kupferberg wird ausführlich über die historischen Bergbaustollen gesprochen. Die Teilnehmerinnen setzen sich mit den Folgen der Aufgabe des Bergbaus auseinander, diskutieren über eine mögliche Wiederaufnahme des Rohstoffabbaus und tauschen sich über unterschiedliche Bergbautraditionen aus. Ein weiterer besonderer Ort auf diesem Abschnitt des erzgebirgischen Kammweges ist Königsmühle. Der Ort ist als bedeutender Schauplatz deutsch-tschechischer Begegnungen bekannt und war in der Vergangenheit regelmäßig Austragungsort von Kunst- und Kulturfestivals. Nachdem die Teilnehmerinnen diesen Ort erkundet und auf sich wirken lassen haben, werden sie dazu eingeladen, selbst kreativ tätig zu werden und ein Landart Projekt zu gestalten. In dieser künstlerischen Arbeit bringen die Teilnehmerinnen ihre Eindrücke, Gedanken und Emotionen der vergangenen zwei Tage zum Ausdruck und hinterlassen diese als vergängliche Spuren für zukünftige Besucher. Von Königsmühle aus führt der Weg schließlich bergauf nach Háj. Dort trennen sich die Gruppen für dieses Jahr und kehren zu ihren jeweiligen Ausgangspunkten zurück – mit dem gemeinsamen Ausblick, im Herbst 2027 an dieser Stelle erneut zusammenzukommen und die Reise fortzusetzen.



Förderzeitraum

30.01.2026 - 30.11.2026

Antragsteller

Diakonie Marienberg / JMD

Region/Landkreis

Erzgebirgskreis

Förderprogramm

KPF Interreg Sachsen-Tschechien 2021-2027

Budget

Gesamtbudget in Höhe von 4.536,00 €, davon wurden 3.628,80 € gefördert.