Begegnung mit den Landsknechten

Ergebnis des Projektes wird die Etablierung der Saigerhütte Grünthal als grenzüberschreitender Veranstaltungsort für Geschichtsveranstaltungen vor dem Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges sein. Die Veranstaltung stärkt die Zusammenarbeit zwischen den Partnern, macht die gemeinsame Geschichte im Grenzraum sichtbarer und ermöglicht ein gemeinsames Lernen aus den Wurzeln historischer Ereignisse, die beide Seiten bis heute verbinden. Gleichzeitig wird die Bedeutung des Veranstaltungsortes als Teil des gemeinsamen, grenzüberschreitenden UNESCO-Welterbes Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří hervorgehoben. Das Projekt trägt dazu bei, die Bevölkerung im gemeinsamen sozial- und geschichtlichen Lebensraum stärker zu verankern, und leistet einen Beitrag zur Förderung des grenzüberschreitenden Tourismus. Dies beeinflusst die gemeinsamen Planungen für Veranstaltungen in den Jahren 2027 und danach.

Der 30jährige Krieg war eine der dramatischten und brutalsten Zeiten der europäischen Geschichte. Ereignisse die am beschaulichen Erzgbirgskamm stattfanden, sind Teil dieser Geschichte. Im 30jährigen Krieg wurde die Saigerhütte Grünthal 1631 von General Holck (kaiserlich) ohne Gegenwehr eingenommen, 1643 von schwedischen Truppen um Schutzgeld erpresst, 1646 schließlich von schwedischen Truppen geplündert. Das benachbarte Olbernhau wurde schon 1639 fast vollkommen zerstört. Als Reaktion auf die Kriegsereignisse wurde die Saigerhütte mit einer Umfassungsmauer versehen. Dies nehmen wir zum Anlass für eine lebendige Darstellung der Zeit des 30jährigen Krieges. Das Reenactment wird sowohl das Alltagsleben der damaligen Zeit, als auch das Lagerleben der Landsknechte und die Vorführung der damals verwendeten Waffen umfassen. In der Saigerhütte Grünthal kommen im Rahmen eines dreitägigen Feldlagers deutsche und tschechische Geschichtsfreunde als Landsknechtsdarsteller zusammen. Das gemeinsame Lager schafft Raum für Austausch, Begegnung und grenzüberschreitende Zusammenarbeit und macht die gemeinsame Geschichte des sächsisch-böhmischen Erzgebirges im Kontext des Dreißigjährigen Krieges erlebbar. Im Mittelpunkt stehen öffentliche Schauvorführungen, unter anderem Exerzieren, Musketenschießen sowie die Darstellung der Lebensumstände der damaligen Bevölkerung und der Söldner. Tschechische und deutsche Gäste besuchen diese Vorführungen, treten mit den Darstellern in Kontakt und erhalten anschauliche Einblicke in eine prägende Epoche der europäischen und regionalen Geschichte. Dabei wird die Saigerhütte Grünthal nicht nur als Denkmal wahrgenommen, sondern als lebendiger grenzüberschreitender Erinnerungs- und Begegnungsort im Herzen Europas. Gleichzeitig wird ihre Bedeutung als Teil des gemeinsamen UNESCO-Welterbes Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří hervorgehoben. Die Veranstaltung stärkt die Identifikation der Bevölkerung mit dem gemeinsamen historischen Lebensraum und trägt zur Förderung des grenzüberschreitenden Tourismus bei. Das Projekt wird auf deutscher Seite durch eine Radioansage sowie eine Anzeigenschaltung und 30 Plakate beworben. Auf tschechischer Seite werden über einen Auftragnehmer 150 Plakate verteilt. Hinzu kommt Werbung über die sozialen Medien, welche 1:1 in deutscher und tschechischer Sprache erfolgt. Auch die Werbung von historischen Darstellern erfolgt über die sozialen Medien in Deutsch und Tschechisch. Tschechische Besucher können sowohl über den Linienbus als auch mit 2 gecharterten Sonderbussen aus Litvínov anreisen.



Förderzeitraum

10.02.2026 - 30.11.2026

Antragsteller

Stadt Olbernhau

Region/Landkreis

Erzgebirgskreis

Förderprogramm

KPF Interreg Sachsen-Tschechien 2021-2027

Budget

Gesamtbudget in Höhe von 24.141,67 €, davon wurden 19.313,33 € gefördert.